INDIVIDUELLE PRODUKTE, DIE ES SO KEIN ZWEITES MAL GIBT.

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Bier selber brauen: braufässchen.com im Test

Individuelles-Bier

Wieder einmal gilt es, einen Shop zu testen, der individuelles Bier anbietet. Und dieses Mal soll’s nicht nur individuell aussehen, sondern auch wirklich so schmecken. Denn braufässchen.com bietet statt individualisierbarer Flaschenetiketten tatsächlich Bier an, dessen Geschmack der Kunde selbst bestimmt – und sogar maßgeblich an dessen Herstellung beteiligt ist.

Webseite, Angebot und Bestellvorgang

Der Internetauftritt des “Braufässchens” ist seit dem 16.07.2012 online und recht übersichtlich und strukturiert gehalten. Auf einen Blick lassen sich der Bierkonfigurator, die fertigen Biersets sowie den Unternehmensblog und die FAQ erreichen. Letztere lassen sich über Anchors gut einzeln ansteuern. Aus dem FAQ-Bereich gelangt der Besucher übrigens auch in andere informative Bereiche (Versandinformationen, Kontaktdaten, AGB, Presse etc.).

Die fertigen Biersets des Shops umfassen 12 Braukombinationen beziehungsweise einfache Biere, die ein recht großes Spektrum dessen abbilden, was der Kunde sich mit dem Bierkonfigurator auch selbst zusammenstellen kann. Als neueste Kreation ist hier, passend zu Jahreszeit und Saison, das Weihnachtsbier vertreten, welches extra zu weihnachtlichen Zwecken mit einer Gewürzmischung aus Sternanis, Zimt, Nelken, buntem Pfeffer sowie Orange und Wacholderbeeren aufwartet. Für andere exotische Geschmäcker gibt es hier zum Beispiel “Dunkles mit Kirsche und amerikanischem Eichenholz” oder “Weibier mit rotem Sandelholz”. Die Macher von braufässchen.com garantieren in jedem Fall ein ausgewogenes Verhältnis der Zutaten und somit ein harmonisches Geschmackserlebnis. So interessant die einzelnen Bierkreationen klingen, die hier angeboten werden – uns interessiert natürlich vor allem der Konfigurator, mit dem der Kunde sein individuelles Bier selbst zusammenstellen kann.

Der Konfigurator leitet den Nutzer Schritt für Schritt durch den Erstellungsprozess des individuellen Bieres. Zunächst gilt es, sich für ein “Grundbier”, also eine Biersorte zu entscheiden. Zur Auswahl stehen dabei Weißbier, Dunkles und naturtrübes Pils. Neben der Sorte wird auch der Grundpreis des Bieres (für ein 5-Liter-Fass) angegeben, der in allen drei Fällen bei 29 Euro liegt.Wir entscheiden uns für letzteres und gehen zum nächsten Schritt über. Dort wird nun der Hopfenanteil des Bieres bestimmt. Soll es der Standard-Anteil sein, oder bevorzugen Sie mildes Bier? Oder sind Sie ein Freund des herben Gerstensaftes? Wir sind mal “mutig” und wagen uns an die herbe Komponente. Im dritten Schritt können schließlich aus zehn verschiedenen Zutaten drei ausgewählt werden, die später beim Ansetzen des Bieres hinzu gegeben werden und dem Bier den individuellen Anstrich verleihen sollen. Dies ist kein Muss – das Bier kann auch einfach so bestellt werden. Ich persönlich bin eigentlich kein Freund von handelsüblichen Bierexperimenten wie Green Lemon, Bier mit Dragonfruit und was dergleichen mehr ist. Aber schließlich bin ich ja hier, um zu testen – und da muss auch mal etwas Neues gewagt werden. Um aber nicht in die schon hinlänglich von Großbrauereien bekannte Fruchtkerbe zu hauen, wähle ich als Extrazutaten Anis und Amerikanisches Eichenholz aus (die Zutaten, zu denen unter anderem auch Passionsfrucht, Kirsche, Lemon Grass und rotes Sandelholz gehören, kosten übrigens jeweils zwischen 2,00 und 4,50€). Somit hat mein Braufässchen nun einen Gesamtpreis von 35,00€ und kann in den Warenkorb gelegt werden.

Das individuell zusammengestellte Bier im Warenkorb

Für die Bestellung des Braufässchens kann sich der Kunde entweder auf der Seite registrieren oder als Gast bestellen und bezahlen. Registrierungen empfehlen sich immer, wenn man spätere Einkäufe plant. Wer sich noch nicht sicher ist, sollte die Gast-Variante wählen (was ich auch tue). Im nächsten Schritt sind Kontaktdaten und Lieferadresse anzugeben (die Angabe einer Telefonnummer ist Pflicht, was mir persönlich immer etwas missfällt); wahlweise kann eine separate Lieferadresse angegeben werden. Die Bezahlung der Bestellung kann über Kreditkarte (Visa/ Mastercard), PayPal oder Vorkasse abgewickelt werden. Zum Schluss noch die AGB akzeptieren sowie das Mindestalter von 16 Jahren bestätigen – und ab die Post. Die Lieferzeit mit DHL liegt laut braufässchen.com  bei drei Werktagen.

Individuelles Bier selbst herstellen

Drei Tage später war das Paket dann auch tatsächlich da. Der Inhalt: Ein leeres 5-Liter Fass sowie ein zweiter, kleinerer Karton der eine Flasche mit 725 Gramm Gerstenmalzextrakt sowie einen Beutel enthält. Im Beutel wiederum befinden sich die Fläschchen mit Hopfen, Hefe und Anis sowie ein kleines Säckchen, welches das amerikanische Eichenholz enthält; außerdem enthalten sind der Deckel für das Braufässchen, die Gebrauchsanweisung zur Herstellung des individuellen Bieres und drei Bierdeckel. Alles ist sorgsam etikettiert und mit deutlich sicht- und lesbaren Warnhinweisen bezüglich Handhabung und Verzehr ausgestattet. Was besonders positiv auffällt: Die einzelnen Zutaten sind mit Nummern gekennzeichnet, die auch in der bebilderten Brauanleitung auftauchen und dem Privat-Bierbrauer so die Orientierung erleichtern. Na, dann woll’n wa’ mal!

Der Inhalt des Braufässchen-Pakets

Der Brauprozess ging dank der präzisen Anleitung recht unkompliziert und schnell von statten.Das Malzextrakt ist sehr dickflüssig und sollte daher vorsichtig (mit leichten Druckschüben) in das Fass gegeben werden. Am Schluss muss etwas Geduld aufgebracht werden, bis die Flasche vollständig leer ist – denn das Malzextrakt sickert dann nur noch sehr gemächlich aus der Flasche.

Vor dem ersten Einfüllen des Wassers sollte die Malzextrakt-Flasche gründlich ausgespült werden (NICHT mit Spülmittel – nur Wasser verwenden!). Bei unserem Test machten Extrakt-Rückstände es sehr schwierig, den Füllstand kalten Wassers zu erkennen. Unser Verbesserungsvorschlag: Das Flaschenetikett etwas verkleinern und einen größeren Sichtspalt frei lassen. Der Rest des Brauens ging ohne Probleme von statten. Am nächsten Tag muss das Fass dann noch einmal für zehn Sekunden umgedreht werden, um die Vitalisierung der Hefe zu ermöglichen. Danach gibt es weitere vier Tage Lagerung, bevor das Bier noch für zwei weitere Tage in den Kühlschrank wandert. Wir empfehlen, vor oder nach der Bierherstellung die Sicherheitshinweise in der Brauanweisung zu studieren.

Verkostung

Widrige Umstände (Termine und Krankheit) führten dazu, dass das Bier tatsächlich fast zwei Wochen im Kühlschrank lagerte, bevor wir es testen konnten. Zu diesem Zweck lud der verantwortliche Redakteur sechs Personen ein, um den Test auf mehreren Meinungen basieren zu können.

Die Anleitung suggeriert ausdrücklich, dass das Bier nach dem Brauprozess auch noch 2 Wochen danach geöffnet und getrunken werden kann. Als wir das Fass oben öffneten, spritzte der enthaltene Gerstensaft jedoch ziemlich stark oben heraus, was eine ziemliche Schweinerei in der Küche hinterließ und auf einen (zu) starken Druck im Inneren des Fasses schließen ließ. Fazit hier: Die zwei Wochen vielleicht doch nicht ausreizen, da das Bier im Fass offenbar weiter reift – eine Woche maximale Lagerzeit wäre vielleicht besser (wie bereits erwähnt – in diesem Fall war es eigentlich auch anders geplant gewesen). Das Zapfen erfolgte nun aus Sicherheitsgründen über der Spüle (einer zapfte, während ein anderer das Loch oben im Fass vorsorglich mit dem Finger abdichtete, da der Druck das Bier immer noch hinauskatapultieren wollte), und dann konnte probiert werden. Die Meinungen aller Probanden sind hier nacheinander wiedergegeben:

Proband A (männlich): Das Bier schmeckt im Abgang nach Anis, recht mild und überaus trinkbar.

Proband B (weiblich): Anis lässt sich herausschmecken; Bier ist leicht schal (wenig Kohlensäure).

Proband C (weiblich, keine Biertrinkerin): “Oh Gott!”. Sehr bitter – riecht nach Anis; enthält wenig Kohlensäure.

Proband D (männlich): mild mit süßlicher Note, wenig Kohlensäure, aber sehr süffig. Nicht unbedingt die Anis-Geschmacksexplosion, aber insbesondere für den Sommer als Erfrischungsbier geeignet.

Proband E (männlich): Anisgeschmack nicht stark ausgeprägt, sorgt aber für eine gewisse Bitterkeit. Eine holzige Note ist durchaus erkennbar; ein wenig schal.

Proband F: (weiblich): schmeckt mild und erfrischend, Anisgeruch wesentlich stärker als der Geschmack.

Proband G (männlich): zu wenig Kohlensäure; holzige Note lässt sich herausschmecken, Anisnote ist dezent ausgeprägt.

Zusätzlich sei angemerkt, dass sich Heferückstände deutlich sichtbar in unten in den Biergläsern sammelten. Das Bier hat übrigens eine schöne naturtrübe Färbung, wie es im Shop zuvor auch angegeben worden war. Trotz einiger geschmacklicher Einschränkungen tranken wir jedoch das ganze Fass an diesem Abend mit Behagen aus.

Das frisch gezapfte Anis-Eichenholz-Bier

Fazit

Die Idee, der Shop, die Zutaten und die sich dadurch ergebenden Variationsmöglichkeiten, der Service und die Anleitung zum Bierbrauen – an all dem gibt es überhaupt nichts zu beanstanden. Es handelt sich hier um einen innovativen Shop, der mit Sorgfalt entwickelt und offenbar von wirklichen Bierliebhabern betrieben wird. Für ein wirkliches Anisbier würden wir dem Bier nach der vorgenommenen Verkostung lieber die doppelte Menge Anis zuführen – was leider bei der Zusammenstellung nicht möglich ist. Also sollte ersatzweise eine weitere Zutat gewählt werden, die den Gesamtgeschmack des Bieres noch etwas verfeinert. Und, wie schon gesagt: Nicht zu lange mit dem Trinken warten. Alles in allem: Wer individuelles Bier sucht und eine gewisse Ausgabe nicht scheut, ist bei braufässchen.com genau richtig!

 

Shopzusammenfassung:
Produkt(e) Bier
Individualisierbar Biersorte wählen und mit verschiedenen Zutaten individuell verfeinern
Bewertung
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Shopadresse http://www.braufaesschen.com
Zahlungsarten Kreditkarte, PayPal, Vorkasse
Versandkosten ab 3,90€
Testberichte/ Infos
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